Warum Coaches online beraten müssen

Das Strahlen im Gesicht meiner Kundin hätten Sie sehen sollen! Sie stand vor einem beruflichen Wechsel und damit vor einem Umzug in eine andere Stadt. Wir hatten einen Coachingprozess mit mehreren Treffen hinter uns und trafen uns nun zu unserer letzten gemeinsamen Sitzung. Das es aber nur das letzte Treffen sein sollte bei dem wir uns direkt gegenübersitzen sollten, wusste meine Kundin zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Meine Kundin begann also damit zu berichten, wie ihr das Coaching geholfen habe. Gleichwohl sei sie jetzt schon etwas unsicher, was sie in der neuen Stelle und Stadt erwarten werde. „Es ist schade, dass wir uns jetzt verabschieden müssen. Ich würde Sie am liebsten als Coach mitnehmen“, sagte sie. Und ich antwortete „Dann machen Sie es doch!“

Schweigen. Verblüffung und etwas Verwirrung machte sich im Gesicht meiner Kundin breit. Nun war ihr ziemlich sicher klar, dass ich nicht die gut 600 Kilometer hinter ihr her reisen würde, damit wir unseren Coachingprozess fortsetzen könnten, also klärte ich sie auf: Darüber, dass ich ihr künftig auch online ein Coaching anbieten könne und sie so in den ersten 100 Tagen im neuen Job begleiten würde. Erleichterung und ein strahlendes Gesicht schlugen mir entgegen. Eine klassische win-win-Situation: Meine Kundin war glücklich darüber, dass sie ihren Coachingprozess fortsetzen konnte und ich durfte mich auf weitere Honorare freuen.

Nun ist mir wichtig deutlich zu machen, dass es nicht um ein „wir bleiben per Mail in Kontakt“ geht. Online-Coaching bedeutet, dass ich eine qualifizierte Beratung über eine Beratungssoftware anbiete, die die Notwendigkeit einer datensicheren Speicherung und Übertragung unseres Coachingprozesses berücksichtigt. Das ist echte Arbeit und nicht nur ein lockerer Kontakt, in dem man sich mal berichtet, wie es so läuft. Hierzu werde ich in meinen nächsten Artikeln mehr schreiben.

Menschen die Beratung anbieten (ob als Coaches, Supervisor_innen oder Trainer_innen) sollten die Chance das Internet für ihr Angebot zu nutzen nicht verstreichen lassen. Es geht nicht darum einen Trend zu folgen und eben „auch online“ zu sein, sondern darum die Möglichkeiten einer internetgestützten Beratung zu nutzen, um

  • neue Kund_innen zu gewinnen
  • den Bedürfnissen von zeitlich stärker eingeschränkten Menschen (und dazu gehören nicht nur Top-Manager, sondern auch Eltern oder selbständig Tätige) gerecht zu werden
  • eine Form von Beratung anzubieten, die neue Reflexions- und Entwicklungsmöglichkeiten bei den Kund_innen fördert.

Dass es hierfür mehr bedarf als „nur“ der Fähigkeit beraten zu können, liegt eigentlich auf der Hand. Denn über das Netz zu beraten heißt eben auch ganz anders zu beraten als bisher. Als Beratende muss ich damit umgehen, dass mir nur ein Text zur Verfügung steht oder aber ich muss mich mit den technischen Unwegsamkeiten eines Video-Chats herumschlagen. Es bedarf also besonderer Kompetenzen und Qualifikationen, um auch online eine gute Beratung anbieten zu können.

Welche Erfahrungen haben Sie bislang gemacht? Als Coach oder auch als Kund_in eines solchen Beratungsangebots? Ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldungen. Empfehlen möchte ich Ihnen außerdem das Interview, das Svenja Hofert für ihr Online-Magazin zum Thema Online-Coaching mit Brigitte Koch geführt hat.

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