Die DSGVO aus Sicht der (Online-)Beratung

Nun ist sie also da – die lange angekündigte und dann doch ganz plötzlich aus dem Nix aufgetauchte DSGVO! Ein bisschen so wie Weihnachten: Alles wissen, das es bald soweit ist und dann läuft man doch ganz erstaunt und gestresst einen Tag vor Heilig Abend los um Geschenke zu kaufen. So ähnlich äußerte sich Peter Schaar, der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte, zum Thema DSGVO. Seine intelligente und unaufgeregte Analyse des neuen Datenschutzgesetzes ist sehr lesenswert.

Viele Onlineberater*innen fragen sich nun, was die DSGVO eigentlich für die Onlineberatung bringt. In der Regel wird dort zwar sehr wenig mit personenbezogenen Daten gearbeitet, da die Ratsuchenden zumeist anonym bleiben wollen, jedoch gehören auch Dinge wie Standortdaten oder IP-Adresse zu Daten, die sich einer bestimmten Person zuordnen lassen. Es ist Aufgabe der Leitung einer (Online)Beratungsstelle dafür Sorge zu tragen, dass der Datenschutz auch künftig nach den Regeln der DSGVO umgesetzt wird, also auch die entsprechenden Voraussetzungen hierfür geschaffen werden (technische Aspekte, ggf. Datenschutzbeauftragte*r usw.)

Heute morgen habe ich mal bei ein paar großen Onlineberatungsstellen gegoogelt, wie sie ihre neuen Datenschutzerklärungen formuliert haben und es war ganz interessant…einige Seiten waren „under construction“ beim Menüpunkt „Datenschutzerklärung“, andere hatten noch die alte Version online und bei einigen gab es bereits eine DSGVO-konforme Variante. Es ist davon auszugehen, dass alle in den nächsten Tagen und Wochen ihre Erklärungen entsprechend angepasst haben.

Was mich in dem Zusammenhang aber viel mehr beschäftigt ist die Frage, ob der ganze DSGVO-Hype nun zu einer Sensibilisierung der Berater*innen (und ihrer Leitungen!) geführt hat und damit auch ein Ende der (leider immer noch stattfindenden) Mailberatungen über Outlook-Clients und Messengerberatungen per WhatsApp (zumal man da ja nur noch ab dem Alter 16 mitmachen darf 😉 )zu erwarten ist? DAS wäre eine echte Innovation!

 

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Am 25. Mai tritt die DSGVO in Kraft

…und viele wissen noch nicht wirklich, was das bedeutet.

Mit dem neuen Gesetz werden die Rechte der Nutzer*innen gestärkt, was natürlich gut ist, da auch Anbieter*innen irgendwo im Netz mal ans Nutzer*innen unterwegs sind. Das Gesetz schützt uns also alle. Gleichzeitig ist momentan im Netz vor allem unter Bloggern ein großer Aufschrei zu hören, da für viele unklar ist, wie sie künftig ihre Blogs DSGVO-konform weiter betreiben können. Manches wird sich erst mit der Zeit zeigen und es stehen vermutlich ein paar Anwälte in den Starlöchern, die das Inkrafttreten der DSGVO für eine Abmahnwelle nutzen werden – leicht verdientes Geld.

Ich habe meine Datenschutzerklärung hier auf meiner Webseite angepasst und die Kommentarfunktion bis auf weiteres deaktiviert, da ich selbst noch nicht weiß, ob ich als  Wordpress-Nutzer*in die nötigen Vorkehrungen treffen kann bzw. WordPress mir dies ohne weiteres ermöglicht.

Meine E-Mail-Follower möchte ich daher auch bitten zu prüfen, ob sie dem Blog weiterhin folgen möchten (was mich natürlich sehr freuen würde). Ich bin jedoch dazu verpflichtet, sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Möglichkeit haben (wie auch schon vorher) ihre Einwilligung zu widerrufen. Am einfachsten geht das, indem man den Blog einfach wieder „entfolgt“. Neue Follower weise ich in der Datenschutzerklärung auf ihre Rechte entsprechend hin.

Für alle, die sich im Kontext Onlineberatung für die DSGVO interessieren: Beim diesjährigen Fachforum Onlineberatung wird Corinna Gekeler zu diesem Thema einen Workshop anbieten!

11. Fachforum Onlineberatung am 17./18.09.2018 in Nürnberg

Es ist wieder so weit! Am 17./18. September 2018 laden wir wieder zum Fachforum Onlineberatung nach Nürnberg ein. Dieses Jahr steht das Fachforum unter dem Motto „Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung“. Den Eröffnungsvortrag zu diesem Thema hält Prof. Nadia Kutscher von der Universität Köln, die sich seit vielen Jahren u. a. mit dem Themenkomplex Digitalisierung der Sozialen Arbeit beschäftigt.

An zwei Tagen werden wir in der bewährten Mischung aus Vorträgen, Diskussionen und Workshops darüber diskutieren, welche Auswirkungen sich aus der Digitalisierung für die Onlineberatung ergeben.

Hier der Ankündigungstext für das 11. Fachforum Onlineberatung:

Wie verändert sich unsere Lebenswelt durch die immer stärker fortschreitende Digitalisierung? Und welche Auswirkungen ergeben sich hieraus für die psychosoziale Beratungslandschaft und insbesondere auch für die Onlineberatung? Das 11. Fachforum Onlineberatung lädt dazu ein, sich mich diesen und weiteren Fragestellungen zu beschäftigen.
Der lebensweltliche Alltag von Fachkräften und Klient*innen Sozialer Arbeit und angrenzender Disziplinen wird immer häufiger durch (digitale) Medien durchdrungen und beeinflusst. Auswirkungen dieser Entwicklung zeigen sich sowohl in den Beratungsanlässen von Klient*innen, als auch in der medialen Realisierung von Beratungsprozessen (Onlineberatung/Blended Counseling).
Die aktuelle Debatte greift nun auch die sich aus der Digitalisierung ergebenden neuen Möglichkeiten des professionellen Handelns von Fachkräften Sozialer Arbeit auf. So gilt es für Träger und Einrichtungen bei ihrer strategischen Planung und Konzeptentwicklung diese Chancen in den Mittelpunkt zu rücken und zu prüfen, welchen Platz die Onlineberatung künftig einnehmen wird.
Der „digital turn“ in der Beratung wird weiter Fahrt aufnehmen – es gilt, ihn sinnvoll zu gestalten! Das diesjährige Fachforum möchte hierzu Austausch, Denkanstöße und Vernetzungsmöglichkeiten bieten.

Das Institut für E-Beratung der TH Nürnberg veranstaltet jährlich im September zusammen mit der Deutschsprachigen Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung (DGOB), der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke), der Online-Beratung des Deutschen Caritasverbandes (caritas.de/onlineberatung) sowie des pro familia SEXTRA Onlineberatungs-Projektes (sextra) das Fachforum Onlineberatung.

Alle Infos zum Programm und zur Anmeldung unter: www.fachforum-onlineberatung.de

Über die ständige Erreichbarkeit der Onlineberater*innen

Heute früh habe ich mit 11 Onlineberater*innen über das Thema „Blended Counseling“ diskutiert und wir landeten an vielen spannenden Punkten, die mich jetzt noch beschäftigen. Ein Thema war die Frage, ob Onlineberater*innen denn nun ständig erreichbar sein müssten, da die Klient*innen ja schließlich dauernd online und mit dem Netz verbunden sind. Natürlich lautet die Antwort erstmal „nein“, denn selbst wenn wir das – aus welchen Gründen auch immer – wollen würden, wäre es nicht möglich. Die Strukturen und Arbeitsbedingungen von Berater*innen in psychosozialen Arbeitsfelder lassen dies gar nicht zu und nicht zuletzt geht es natürlich auch um das Thema Psychohygiene und einen gesunden Abstand von Klient*innen und Beratungsgeschehen.

Dennoch weist auch Sabine Depew richtigerweise darauf hin: „Wer ständig online ist, erwartet schnelle Antworten, Tipps und sofortige Hilfe. Darauf müssen wir reagieren, wenn wir nah bei den Menschen bleiben wollen“

Wir werden es in den nächsten Jahren zunehmend mit einer Klientel zu tun bekommen, die mit dem Internet und seinen Kommunikationsmedien sozialisiert wurden und deren Kommunikationsverhalten stark durch Onlinemedien geprägt ist. Dies wird auch eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie diese Zielgruppe Beratungsangebote wahrnimmt und nutzt unvermeidbar machen. Widerstände, die Berater*innen wahrnehmen, wenn sie sich mit einer „Beratung4.0“ beschäftigen (müssen), sollen ernstgenommen werden und dennoch werden wir Beratung künftig auch neu denken müssen. Neue Konzeptionen, Haltungen, Methoden und Angebote werden sich entwickeln müssen, damit die Soziale Arbeit auch künftig noch ihrem Leitgedanken „Die Menschen da abholen, wo sie stehen“ gerecht werden kann.

Das bedeutet zwar nicht ständig online und ständig erreichbar zu sein – es wird aber bedeuten, sich den Auswirkungen der Digitalisierung nicht zu verschließen und aktiv an der Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit/Beratung mitzuwirken. Der Transformationsprozess ist bereits in vollem Gange…

Artikel zur Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung

Vor wenigen Tagen ist ein Beitrag von Prof. Richard Reindl (Akademischer Leiter des Instituts für E-Beratung) im e-beratungsjournal erschienen. Prof. Reindl bietet in dem Artikel mit dem Titel „Zum Stand der Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung“ einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen, den aktuellen Stand und künftige Entwicklungsaufgaben der Onlineberatung.

 

Start der Onlineberatungs-Weiterbildung

Morgen ist es wieder soweit: Unsere Weiterbildung zum/r zertifizierten Onlineberater/in startet mit einem neuen Kursdurchgang. Wobei das nicht ganz richtig ist: Gestartet hat der Kurs mit 16 Teilnehmer*innen bereits am 1. März und zwar online! Die Teilnehmer*innen und wir Referent*innen lernen uns also zunächst „nur“ online kennen – so, wie es auch meistens in der Onlineberatung der Fall ist.

Spannend zu beobachten, wie die Gruppe sich auf diesem Weg findet und miteinander kommuniziert – eine Dynamik, wie wir sie im Präsenzseminar nicht erleben!

Morgen dann also live – zu dem geschriebenen Wort kommen Gestik, Mimik und Stimme hinzu. Mal sehen, welche Überraschungen es gibt 🙂

DGSF Fachtag zum 20jährigen RIFS Jubiläum in Köln am 14.09.2018

Das Rheinische Institut für Familien- und Systemtherapie feiert am 14. September 2018 sein 20. Jubiläum mit einem Fachtag zum Thema „Aussichten – systemische Beratung und Therapie von morgen“

„Was sind die Aussichten? Unter welchen Bedingungen werden Systemiker arbeiten, was sind die Herausforderungen, die in Beratung und Therapie zunehmend Raum einnehmen, und wie bedeutsam ist ein Innehalten und die Rückschau, um die Zukunft in Zeiten gesellschaftlichen Wandels gestalten zu können?“ (Quelle: http://www.rifs.de/jubilaeum.html)

Ich freue mich über die Einladung,  eine der drei Keynotes zu halten. Mein Vortragsthema:  „Zukunft der Beratung – Was die Mediatisierung für Berater*innen/Therapeut*innen bedeutet“. 

Hier geht es zum ganzen Programm und der Anmeldemöglichkeit

 

Fachtag „Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft“ der EKFuL am 5. Juni 2018

Am 5. Juni 2018 veranstaltet die Evangelische Konferenz für Familien- und Lebenberatung einen Fachtag zum Thema „Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft“ in Frankfurt am Main.

Das Programm bietet einen breiten Überblick über den digitalen Transformationsprozess, dem auch die Beratung unterliegt. Programm und Anmeldemöglichkeiten

 

Qualitätsstandards für Online-Interventionen der Föderation der Schweizer Psychologen (FSP) veröffentlicht

Die Föderation der Schweizer Psychologen (FSP) hat bereits vor einigen Jahren zum Thema Onlineberatung Standards erarbeitet. Nun liegt eine Aufschlüsselung nach unterschiedlichen Kriterien (wie Transparenz, Grenzen und Indikationen, Vertraulichkeit und Datenschutz) für Fachpersonen in der Psychotherapie sowie für Fachpersonen in der Beratung vor.

Lesenswert! Hier geht es zum Portal mit allen Infos: https://www.psychologie.ch/politik-recht/berufspolitische-projekte/onlineinterventionen/

Fort- und Weiterbildungen in Onlineberatung im Jahr 2018

Viele planen gerade ihre Fortbildungen für das kommende Jahr. Am Institut für E-Beratung gibt es in 2018 wieder ein vielfältiges Qualifizierungsangebot für (angehende) Onlineberater*innen.

Im März und Oktober startet jeweils ein Durchgang vom Hochschulzertifikat Onlineberatung (für März gibt es noch ein paar freie Plätze!)

Wer zunächst einmal nur reinschnuppern möchte, für den ist der Onlinekurs „Einführung in die Onlineberatung“ das Richtige. Auch hier gibt es zwei Durchgänge in 2018 (Start Februar und November). Für den Frühjahrskurs gibt es nur noch zwei freie Plätze!

Freiberufler und Selbständige können im Workshop „Onlineberatung für Freiberufler und Selbständige – von der Idee zum Konzept“ erfahren, wie sie ihr eigenes Angebot gestalten können und wie man mit Onlineberatung Geld verdienen kann.

Wer sich mit Krisen in der Onlineberatung beschäftigen möchte, der sollte den Onlinekurs „Krisen und schwierige Anfragen in der Onlineberatung“ belegen, der im Juni startet.

Und wer sich für das Thema Chatberatung interessiert, der kann ebenfalls im Juni an zwei Tagen in der Fortbildung „Chatberatung – zwischen Moderation und Beratung online“ lernen, wie gute Beratung im Chat gelingen kann.

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen, Termine und Konditionen gibt es auf den Seiten des Instituts für E-Beratung